Honorarärzte dürfen als Freelancer im Krankenhaus arbeiten
Vortrag von Prof. Dr. Peter Hanau auf 16. Deutschen Medizinrechtstag

Honorarärzte können in Kliniken und Praxen einer zulässigen selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Prof. Dr. Peter Hanau. Darin hat der emeritierte Leiter des Instituts für Deutsches und Europäisches Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Köln diverse, teils gegensätzliche Urteile und Gesetzestexte untersucht. Seine Ergebnisse sowie Details zu Dienstverträgen und der Haftung von Honorarärzten stellt er am 18. September 2015 im Rahmen des 16. Deutschen Medizinrechtstags vor.

„Honorarärzte in freier Tätigkeit müssen vor allem eindeutig mit einem Dienstvertrag beschäftigt sein – nicht mit einem Arbeitsvertrag“, erklärt Hanau. „Die Art des Vertrags geht aus den darin festgehaltenen Bedingungen hervor.“ Im Dienstvertrag bestehen gewisse Freiheiten für den Honorararzt: Er darf nur begrenzt zeitlich und inhaltlich vom Krankenhaus abhängig sein. Bestimmungen des Vertrags, etwa zu Einsatz und Arbeitszeit, müssen im Wesentlichen verhandelt werden können.

Hanau konkretisiert: „Es kommt nicht darauf an, wie sehr ein Arzt in die betriebliche Organisation eingebunden ist, sondern ob er vertragliche Bedingungen wie die Einteilung der Arbeitszeit mitbestimmen kann.“ Es genüge zum Beispiel, wenn der Arzt stets entscheiden dürfe, ob er einzelne Schichten übernimmt oder nicht – auch wenn diese dann verbindlich in den Dienstplan übernommen werden.

Der 16. Deutschen Medizinrechtstag findet am 18. und 19. September in Berlin statt. Das diesjährige Motto: „Der Arzt im Spannungsfeld zwischen Haftung, Regress(verzicht) und den Unwägbarkeiten des Gutachtens“. Karl-Dieter Möller, ehemaliger Leiter der ARD-Rechtsredaktion, wird das gemeinsame Symposium von Medizinrechtsanwälten und Medizinern moderieren.

Programm und Anmeldung finden Sie auf unserer Website.

Lübeck, 25. August 2015