Neue Welle von Adressbetrügereien: Ärzte erhalten unseriöse Offerten aus dem Ausland

Neue Masche betrügerischer Arztportale: Unternehmen mit Sitz im Ausland machen Ärzten und Zahnärzten unseriöse Offerten. Sie bieten Einträge in vermeintlichen Suchportalen an. Die Anschreiben erwecken den Eindruck, es bestünde bereits eine Geschäftsbeziehung. Die hohen Kosten sind im Kleingedruckten versteckt. In den Vereinbarungen ist festgeschrieben, dass ausländisches Recht gelte.

Dr. Britta Specht, Vorsitzende des Medizinrechtsanwälte e.V., sagt: „Die Betrugsopfer werden somit in Unsicherheit versetzt, ob ein eventueller Zahlungsanspruch nach diesem fremden Recht in Deutschland durchzusetzen ist.“ Die Anwältin rät Betroffenen, sich genau wie bei Angeboten aus Deutschland zu verhalten: Diese sind genau zu prüfen und nicht leichtfertig zu unterschreiben. Sollte das dennoch passiert sein, empfiehlt Specht, auch bei „Auslandsbeteiligung“ nicht zu bezahlen und gegebenenfalls Anzeige zu erstatten. Gerade in anderen EU-Ländern gelten ähnliche Rechtsgrundsätze wie in Deutschland. Hier gibt es klare Kriterien, wann ein Angebot als betrügerisch gilt. Steht der Preis erst im Kleingedruckten und vermittelt das Angebot den falschen Eindruck, es bestehe bereits eine Geschäftsbeziehung, kommt kein Vertrag zustande.

Im Jahr 2004 setzte der Medizinrechtsanwälte e.V. mit der Stiftung Gesundheit Ansprüche von rund 500 Ärzten gegen die Firma „Stebo-Expert“ vor Gericht durch. Diese hatte mit unseriösen Offerten Ärzte betrogen.

Der Medizinrechtsanwälte e.V. ist Träger des Medizinrechts-Beratungsnetzes. Ärzte wie auch Patienten können bei Fragen zum Medizin- oder Sozialrecht ein für sie kostenloses, juristisches Orientierungsgespräch durch ausgewählte Vertrauensanwälte in Anspruch nehmen. Beratungsscheine gibt es unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 / 0 73 24 83 oder online auf
www.medizinrechts-beratungsnetz.de unter „Beratungsschein anfordern“.

Lübeck, 16. März 2011