5. Deutscher Medizinrechtstag: Risikoabhängige Krankenkassenbeiträge jetzt im Gesundheitskonzept der FDP

Ärzte und Juristen debattieren auf dem 5. Deutschen Medizinrechtstag in Nürnberg

Nur noch mit risikoabhängigen Beiträgen zur Krankenversicherung wird das Gesundheitswesen in Deutschland künftig überleben. Das hat der Gesundheitsökonom Prof. Dr. Oberender, Universität Bayreuth, auf dem 5. Deutschen Medizinrechtstag dargelegt. Damit hinge die Höhe des Krankenversicherungsbeitrags allein vom Gesundheitszustand des Einzelnen ab.

Aber jeder Patient muss bei finanzieller Bedürftigkeit ein „Versicherungsgeld“ vom Staat bekommen – analog zum Wohngeld. „Dann“, so Oberender, „bleibt das Solidarprinzip erhalten.“

Das Konzept Oberenders sieht einen Wettbewerb der Akteure vor: Wettbewerb zwischen den Versicherern sowie direkte Vertragsgestaltung zwischen Versicherern und Ärzten.

Der FDP-Bundesvorstand hat entschieden, wesentliche Komponenten von Oberenders Konzept in die politische Praxis einzuführen.

Oberender weiter: „Das gegenwärtige System leidet an finanzieller Atemnot bei Über- und Unterversorgung.“ Es würden – auch im Gesundheitswesen – „Sonderwirtschaftszonen“ benötigt, wo man Innovationen ausprobieren könne.

Zum 5. Deutschen Medizinrechtstag sind am 17. und 18. September 2004 in Nürnberg rund 100 Juristen, Ärzte und Versicherungsvertreter zusammengekommen. Das jährliche Symposium der Stiftung Gesundheit und des Vereins Medizinrechtsanwälte e.V. dient dem Austausch und der Fortbildung der Vertrauensanwälte sowie kooperierender Ärzte im Medizinrechts-Beratungsnetz. Dieser Service bietet Patienten und Ärzten bundesweit eine kostenlose juristische Erstberatung in Medizinrechtsfragen.

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