Konfliktquote im Gesundheitswesen steigt

Mehr Streit um Kunstfehler und Kostenerstattung

Immer mehr Patienten vermuten, einen Behandlungsfehler erlitten zu haben: 2004 gingen beispielsweise bei der Techniker Krankenkasse (TK) rund 6.000 Beschwerden wegen vermuteter Fehlbehandlungen ein. Im Jahr 2000 meldeten die Versicherten der TK nur 1.300 Fälle. „Von Jahr zu Jahr erhöht sich die Anzahl der gemeldeten Fälle – von 2002 auf 2003 hat sich die Zahl sogar verdoppelt“, sagt Gudrun Berger, Leiterin der Abteilung Behandlungsfehler des Fachreferates Medizinrecht der TK. „Grundsätzlich heißt das nicht, dass Ärzte mehr Fehler machen; die Patienten haben einfach mehr Mut, gegen die `Halbgötter in Weiß´ anzugehen.“

Auch bei der Erstattung von Arztrechnungen bei Privatpatienten steigt die Konfliktquote: Die Mehrzahl der Anwälte des Medizinrechts-Beratungsnetzes berichtet hinsichtlich der Konflikte zwischen Patienten und privaten Krankenversicherern (PKV) von einer Steigerung zwischen 30 und 40 Prozent. Vertrauensanwalt Michael Winkler: „Die PKV erstatten offenbar restriktiver, aber häufig sind sich die Versicherten auch nicht über den Leistungsumfang ihres Versicherungstarifs und die Vertragsbindungen im Klaren.“

Unter dem Dach des Medizinrechts-Beratungsnetzes bieten die Vertrauensanwälte der Stiftung Gesundheit bundesweit eine kostenfreie Erstberatung bei Konflikten zwischen Patienten und Ärzten sowie bei Problemen mit Kranken-, Renten- oder Pflegeversicherungen. Die ausgewählten Vertrauensanwälte helfen zu klären, ob der Fall eine rechtliche Dimension hat und welche weiteren Beratungs- und Hilfsangebote zur Verfügung stehen. Den Beratungsschein für das Erstgespräch können Ratsuchende unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 / 0 73 24 83 (Montag bis Freitag 9-17 Uhr) anfordern.

Weitere Informationen zum Medizinrechts-Beratungsnetz sowie das Verzeichnis der Vertrauensanwälte finden Sie auf der Internetseite des Medizinrechts-Beratungsnetzes.

► Zurück zur Übersicht der Presse-Informationen