Ärztekammer Berlin kritisiert Patientenrechtegesetz

Vortrag auf dem 12. Deutschen Medizinrechtstag in Berlin

Eine politische „Alibimaßnahme“ – der Präsident der Berliner Ärztekammer, Dr. Günther Jonitz, übt deutliche Kritik an dem geplanten Patientenrechtegesetz. „Statt dahin, wo die Probleme ankommen, sollte man dorthin blicken, wo sie herkommen“, fordert er. Obwohl in Teilen gut gemacht, lenke das Gesetz ab von den wirklichen Schwachstellen des Gesundheitssystems: Ständig weniger Personal müsse mehr und immer schwerer erkrankte Patienten betreuen – in kürzerer Zeit mit höherem Aufwand. Ein weiterer Kritikpunkt von Jonitz: Die medizinische Kompetenz schwinde durch fachübergreifende Bereitschaftsdienste sowie dadurch, dass Hilfspersonal medizinische Tätigkeiten übernehme. Sein Fazit: „Unsere Versorgung industrialisiert sich zu Lasten der Qualität und Humanität.“ Die Patientenrechte hingegen seien bereits jetzt so gut wie in fast keinem anderen Land Europas.

Jonitz erläutert seine Position im Detail auf dem 12. Deutschen Medizinrechtstag am 16. und 17. September 2011 in Berlin. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Recht statt Vertrauen – Patientenrecht, EU-Richtlinie und die Praxis“.

Der Deutsche Medizinrechtstag ist das jährliche Symposium von Medizinrechtsanwälten und Ärzten. Referenten aus Justiz, Wissenschaft, Praxis, Verbänden und Politik betrachten je einen Themenkreis aus verschiedenen Perspektiven. Der Medizinrechtsanwälte e.V. veranstaltet die Tagung gemeinsam mit der Stiftung Gesundheit.

Programm und Anmeldeunterlagen unter:
http://www.medizinrechts-beratungsnetz.de/deutscher-medizinrechtstag

News zum 12. Deutschen Medizinrechtstag lesen Sie auch unter:
www.facebook.com/stiftung.gesundheit und twitter.com/stiftunggesund

Lübeck, 24. Juni 2011

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